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alte Schwächen, neue Stärken

Der April, macht was er will.

Dieser April wirbelt uns kräftig durcheinander. Ich rede nicht vom Wetter, aber privat und beruflich erleben wir gerade wilde Zeiten.

Ich möchte da im Moment gar nicht näher drauf eingehen. Aber es brachte meinen Herzmann und mich in Situationen die wir nach 12 Jahren Beziehung so noch nicht hatten. Nicht mal im Ansatz.

Aber es hat uns auch sehr deutlich gezeigt wie wir zu einander stehen, wenn es richtig knirscht und knarrt im Fundament.

Mein Mann steht still und geduldig wie eine deutsche Eiche, und mag am liebsten so wenig Veränderungen wie möglich. Während ich immer auf der Suche nach neuem bin. Aber wir beide brauchen dabei eine große Portion Sicherheit und Routine um uns stark dem Alltag einer Großfamilie mit all ihren Tücken zu stellen. Besonders da wir mehrere Neurodiverse Familienmitglieder haben.

Während es also meist so ist das mein Mann mich erdet, manage ich die Familie  und mein Kopf schwimmt im kreativen Chaos . Ich bin diejenige die organisiert, Tabellen erstellt und Termine im Blick hält, während mein Mann die umsetzende Kraft ist.

Wenn mein Mann mich nicht erden würde, hätte ich enorme Schwierigkeiten mein Leben nicht im permanentem Höhen und Sturzflug zu verbringen. Mein Göttergatte hingegen würde ohne meine Organisation etliches verpeilen, und Veränderungen würden schon an der Haustür abgewimmelt, wie lästige Hausierer.

Jetzt fegte allerdings eine mittelschwere Katastrophe durch unser wohlgeordnetes Leben. Und nichts war kurzfristig, wie es vorher immer war.

Meine starke Hälfte stürzte komplett ab. Er war überfordert und hatte enorme Existenzangst. Er hatte keine Kapazitäten offen, um mich zu erden.

Ich flog ohne Halt und Sicherheit durch die Tage und hatte große Schwierigkeiten nicht in absolute Panik zu verfallen.

Aber wir haben es geschafft. Wir haben uns fest an den Händen genommen, und haben dem Sturm die Stirn geboten. Ich habe den starken Part übernommen, neue Sachen wurden ausgeblendet, alle Ressourcen wurden in den Erhalt des Fundaments gelenkt. Während mein Schatz merkte das ich ihn auffangen kann, und das Veränderungen notwendig, und vor allem vielversprechend sein können.

Alles in allem hat das Unwetter das uns heimsuchte, Schäden hinterlassen die noch nicht repariert sind. Und es werden wohl mit der Zeit auch weitere Mängel ans Tageslicht kommen.

Aber wir sind positiv. Wir wissen das uns keine noch so gewaltige Sturmflut auseinander reißt. Und wir sehen es als Chance für Verbesserungen.

Zur Zeit merken wir jeden Tag das alter Stress von uns abfällt. Stress der unsere Kräfte aufgezehrt hat, ohne das wir den Stress sehen wollten oder konnten. Es war wie eine tickende Bombe die zwischen uns stand, während ich meine Segel auf Veränderung setzte, ließ mein Mann den Anker herab. Bis es uns fast zerriss. 

Jetzt ist die Kette zum Anker durchtrennt. Mein Mann kann plötzlich klarer sehen, was uns und ihm das festhalten an diesem Anker gekostet hat. Er ist mit seiner aufopfernden Hilfsbereitschaft an jemanden geraten, der ihn schröpfte und dann von der Planke schubste, ohne mit der Wimper zu zucken. Mein Herzmann tut mir leid! Er hat alles gegeben, wirklich alles und immer. In seinem Verantwortungsbewusstsein stand er zwischen Familie und Verpflichtung. Er kam da alleine nicht raus, obwohl es auch auf Kosten der Familie war. Stress, Verpflichtungen und schlechtes Gewissen fraßen ihn auf, und mit ihm auch mich. Häufig gab es Streit weil er sich nicht gewehrt hat.

Jetzt setzen wir die Segel und nehmen Kurs auf, zu neuen Ufern. Wir werden das beste daraus machen. Wir werden es besser machen !

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