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Das musste mal gesagt werden!

Wenn jemand äußert das er sich allein gelassen fühlt, ist der erste Gedanke meist das keine andere Person zu gegen ist. 

Ich glaube aber, das gerade in einer Partnerschaft oft etwas ganz anderes gemeint ist. Etwas das viel tiefer, und viel nachhaltiger schmerzt als physisch allein zu sein.

In einer Partnerschaft beschließt man, sein Leben mit jemand anderem zu bestreiten. In guten wie in schlechten Zeiten. Der wichtigste Wunsch dahinter ist, das man nicht allein ist. Nicht allein in Freude, und nicht allein in Leid. Sorgen die so schwer wiegen wen wir sie allein stemmen müssen, kann man zu zweit besser tragen. Das gemeinsame durchschreiten des Lebens braucht Vertrauen und lebt von Vertrauen.  Und eben dieses Vertrauen tröstet, wärmt und stützt uns. Vertrauen  ist es was Liebe oder Freundschaft besonders macht. Ohne Vertrauen fehlt der Liebe und der Freundschaft die wichtigste Substanz. 

Vertrauen muss wachsen, und es muss gepflegt werden. Wenn Vertrauen nicht durch stetige Fürsorge genährt wird, verkümmert sie. Und wenn Vertrauen erst einmal weg ist, ist es sehr schwer wieder zu erlangen.

Was führt zu einer Trennung? Ein grober Fehltritt, der das Vertrauen sofort zerstört. Ständiges streiten, denn wenn wir zu oft unterschiedlicher Meinung sind, fällt es schwer zu vertrauen. Aber auch wenn man gar nicht streitet kann es eine Beziehung zerstören. Denn entweder einer hält mit seiner Meinung, seinen Bedürfnissen zurück, was fehlendes Vertrauen bedeutet. Oder man hat keinen Grund für kleine Reibereien. Aber kleine Meinungsverschiedenheiten aus zu diskutieren und beiseite legen zu können, stärkt das Vetrauen.

Wenn wir uns physisch allein fühlen, fehlt uns Körperkontakt, Streicheleinheiten. Aber vielleicht noch wichtiger, uns fehlt psychische Nähe. Jemand dem wir vertrauen, damit wir uns nicht allein fühlen.

Wenn wir uns in einer Partnerschaft allein fühlen, dann meist psychisch. Wir haben also physische Gesellschaft, aber psychisch sind wir allein. Das zerstört Vertrauen. Das zerstört Liebe und Freundschaft. Eine Partnerschaft , egal ob geschäftlich oder Freundschaftlich lebt von Vertrauen. 

Nichts kann uns einsamer fühlen lassen, als wenn unser Partner körperlich anwesend ist, aber psychisch keine Nähe mehr da ist. Man sitzt nicht mehr in einem Boot. Sondern jeder in seinem eigenen. Das führt unweigerlich dazu, das man Gefahr läuft, das der Ozean des Lebens die beiden Boote auseinander treibt.

Wenn wir uns in einer Partnerschaft psychisch allein fühlen, wechselt einer gerade das Boot, er steigt aus. Er hält sich, seine Sorgen, seine Gedanken zurück. Teilt sie nicht mehr.

 Besonders oft sind es Männer die hier eine Grenze ziehen. Sie machen eben viel mit sich selbst aus. Wollen niemanden belasten. Aber Frauen leben besonders intensiv von dem Vertrauen das eine Beziehung stärkt. Wenn der Partner also Teile seines Lebens zurück hält, aus Fürsorge, bedeutet es nichts anderes als das er die Vertrauensbasis schwächt. Es bedeutet das er die Kraftquelle der Beziehung verschließt.

Besonders zerstörerisch ist es, wenn ein Partner dem anderen suggeriert, das seine Sorgen, Gedanken aber auch Wünsche und Bedürfnisse übertrieben oder unangebracht sind. Und auch der Vorwurf das man nur streitet weil dem anderen etwas nicht passt. Eine Partei vermittelt der anderen ganz grob das Bedürfnisse und Gedanken unangebracht sind, und schieben die Schuld an der Auseinandersetzung gleich noch hinterher. Der Partner wird klein gehalten, und Mundtot gemacht. Dabei ist es gar nicht die Meinungsverschiedenheit die die Beziehung zerstören könnte. Es ist das vereinsamen, wenn unsere Bedürfnisse und Sorgen keine Rolle mehr spielen. Wenn niemand da ist, der mit einem spricht, damit man sich nicht allein mit  seinen Sorgen fühlt.

Man wird regelrecht aus dem gemeinsamen Boot geschubst. Man treibt allein und schutzlos durch den aufgezogenen Sturm. Und dann bekommt man meist noch vorgeworfen das man es doch nur gut meint. Ich will dich schützen. Ich trage die Verantwortung ganz allein. Du fühlst dich allein? Warum bist du so undankbar?

Weil, ich schütze Dich, und ich trage die Verantwortung allein, ich teile meine Sorgen nicht, immer bedeutet, das der andere ausgeschlossen wird. Und dafür soll man dann dankbar sein. So funktioniert Partnerschaft, Freundschaft und Liebe nicht. Das alles geht nicht allein. Nicht ohne Vertrauen.

Psychische Einsamkeit in der Beziehung ist wie langsames verdorren der Seele. Es ist zutiefst beängstigend und schmerzhaft. Es ist vielleicht das schlimmste was man einer Person aus falsch verstandener Fürsorge antun kann.

Wenn der eine Partner sich nicht wieder öffnet, seine Sorgen und Gedanken teilt, und die Sorgen und Bedürfnisse seines gegenübers respektiert und achtet, wird es sehr schwer sein die Beziehung aufrecht zu erhalten.

Ungewolltes schützen und damit ausgrenzen einer Person, übertriebene Eifersucht, fehlendes Interesse an den Bedürfnissen des anderen, weil man es vermeintlich besser weiß, das alles tötet eine Beziehung. Es zerstört Vertrauen.

Und liebe Männer, wenn ihr ohne unser Einverständnis Eure Ritterlichkeit auslebt, gebt ihr uns zu verstehen das wir nicht für uns allen Sorgen, für uns allein entscheiden können. Das hat nichts mit Liebe zu tun. Denn ihr vertraut unseren Fähigkeiten, unseren Gefühlen und Entscheidungen nicht.

Für eine wirklich gute Beziehung müssen beide Parteien ihr Vertrauen freiwillig geben. Und nicht eine Partei entscheidet allein, schützt allein, macht allein.

Wir können Kinder gebären, sind aber zu schwach um ohne euren Schutz die raue See aufkommender Probleme oder Sorgen zu bewältigen?

Männer, der Spruch: Männer sind halt so, ist keine Entschuldigung, nach jahrtausenden der Evolution immer noch den Neandertaler raushängen zu lassen. Es zeigt eher das sich das vermeintlich schwache Geschlecht, sich deutlich schneller weiter entwickelt hat, als die vermeintlich überlegene Männerwelt.

Jeder Mann behauptet er würde Frauen als gleichberechtigt sehen. Aber wird es auch gelebt? Wenn Frauen Informationen vorenthalten werden, um sie zu schützen? Wenn Sorgen nicht geteilt werden, um Frauen nicht zu belasten? Haben wir Frauen unsere Einverständnis dazu gegeben?

Wir müssen aufhören aus falsch verstandener Liebe getätigte Bevormundungen durch den Partner, aus Liebe zu entschuldigen!

 

Zur Erklärung, ich meine nicht die Männer im allgemeinen. Und ich kehre hier niemanden über einen Kamm. Wenn ihr euch hier nicht wieder erkennt, seid ihr bestimmt auch clever genug, euch den Schuh nicht an zu ziehen!

Das ist nämlich genauso übel, kaum gibt es irgendwo eine Frauenbewegung, stehen Männer nicht für die Sache ein, sondern fühlen sich lieber angegriffen weil sie ein Mann sind.

Ich sage nur, wem der Schuh passt...

 

Ich entschuldige mich, es sollte ein, das musste mal raus Text werden, wurde ein Text über Vertrauen, und dann zu einem Pro Frauenbewegungs Text.

 

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